Haus- und Grundbesitzerhapftpflichtversicherung

Bei der Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung sichert sich der Haus- und Grundstücksbesitzer gegen die Risiken ab, für die er durch den Besitz eines Hauses oder Grundstückes gesetzlich haftet.

Grundsätzlich gilt auch hier, dass man zum Schadenersatz verpflichtet wird, sofern man jemandem anderes einen Schaden zugefügt hat. Dies ist im BGB geregelt (z. B.in § 823).

Sollte der Eigentümer eines Hauses oder Grundstückes von jemandem aufgrund der Verletzung seiner ihm obliegenden Pflichten in Haftung genommen werden, würde die Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung wegen Personen bzw. Sachschäden decken, sofern er diesen schuldhaft verursacht hat.

Ein Haus- oder Grundbesitzer haftet für die Schäden, die durch die Verletzung seiner Verkehrssicherungspflichten entstanden sind. Dies sind z. B. die Räum- und Streupflicht. Man nennt diese Verkehrssicherungspflicht auch Sorgfaltspflicht nennen. Im BGB § 276 - 2 heißt es, schuldhaft handelt, wer die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht lässt.

Wer ist versichert?

Versichert ist zunächst einmal der Haus- und Grundbesitzer selbst (als Privatperson oder als juristische Person).

Zudem sind aber auch alle Personen, die im Auftrag des Haus- bzw. Grundbesitzers handeln, wie z. B. Angestellte oder Arbeiter im Rahmen eines Arbeitsvertrages für z. B. die Reinigung, Elektroarbeiten, Verwaltung und Gartenpflege, verrichten.

Ein Arbeitsvertrag ist nicht zwingend erforderlich, es kann auch jemand (z. B. ein Familienangehöriger) unentgeltlich Tätigkeiten verrichten.

Was ist versichert?

Zunächst einmal übernimmt eine Haftpflichtversicherung auch dann den Schutz des Versicherungsnehmers, wenn dieser unberechtigt haftbar gemacht werden soll als sogenannten passiven Rechtsschutz.

Die Versicherung prüft ob der Versicherungsnehmer für den Schaden haftbar gemacht werden kann und würde dann den Schaden begleichen, wenn dieser berechtigt ist.

Bei unberechtigten Forderungen gegen den Versicherungsnehmer würde die Versicherung die Forderung notfalls sogar vor Gericht abwehren.

Auch bei der Haus- u. Grundbesitzerhaftpflichtversicherung gilt, dass man vom Gesetzgeber her in voller Höhe den Schaden begleichen muss. Die Versicherungssummen kann man als Versicherungsnehmer aber auch hier selbst wählen.

In der Regel sind die Schäden pro Versicherungsjahr aber auf das Doppelte begrenzt.

Bestandteile der Haus- und Grundestizterhaftpflichversicherung

Personenschäden sind Schäden, die man einem Menschen zufügt. Dabei kann es sich um Tod, Verletzung oder eine andere Gesundheitsschädigung handeln.

Welche Kosten sind den Personenschäden zuzuordnen?

Z. B. Krankenhauskosten, Pflegekosten, Schmerzensgeld etc.

Sachschäden sind Schäden bei denen man eine Sache beschädigt, zerstört oder vernichtet hat.

Welche Kosten sind den Sachschäden zuzuordnen?

Bei Sachen, die noch zu reparieren sind, werden die jeweiligen Reparaturkosten bzw. Renovierungskosten übernommen. Bei zerstörten Sachen, die nicht mehr repariert werden, wir dann entweder der Wiederbeschaffungswert ersetzt oder der Wertverlust ausgeglichen.

Wichtig ist bei der Haftpflichtversicherung im Unterschied z. B. zur Hausratversicherung, dass die Schäden nur auf Basis des Zeitwertes ersetzt werden. Dem Gesetz nach (BGB § 249) ist man nur verpflichtet den vorherigen Zustand der Sache wieder herzustellen.

Welche Kosten zählen zu Vermögensschäden?

Z. B. Verdienstausfall, Gewinnminderung oder Ausfall oder Nutzungsausfall

Diese Kosten sind auch erstattungsfähig!

Trägt aber der Geschädigte eine Mitschuld an der Entstehung des Schadens, so wird diese auch in Minderung gebracht (BGB § 254)

Was zählt zum Umfang des Versicherungsschutzes

Wie es der Name der Versicherung bereits sagt, sind die Risiken die ein Haus- oder Grundstück mit sich bringen, versichert. Dazu gehören auch Dinge die sich auf dem Grundstück befinden wie z. B. Bäume, Pflanzen oder Teiche aber auch die Verwendung von Arbeitsgeräten, wie z. B. Rasenmäher. Auch die gesetzliche Haftpflicht die der Eigentümer hat und dem Mieter vertraglich übertragen hat.

Die Versicherung würde entsprechend die Haftung übernehmen, sofern der Versicherungsnehmer oder eben denen er vertraglich diese Aufgaben übertragen hat, seine Obliegenheiten verletzt hat. Das wären z. B. der Räumdienst bzw. die Instandhaltung des Gebäudes bzw. die Reinigung.

Als mitversichert gelten auch z. B. Schäden, die durch Rückstau aus dem Straßenkanal entstehen aber auch Sachschäden die durch häusliche Abwässer im Gebäude anfallen, sowie in begrenztem Umfang auch Bauarbeiten am Gebäude.

Sofern es sich um Wohnungseigentümergemeinschaften nach WEG handelt ist diese Gemeinschaft der Versicherungsnehmer. Als mitversichert gilt dann auch die gesetzliche Haftpflicht des Verwalters für dieses Risiko aber auch die Ansprüche des bzw. der Wohnungseigentümer´(s) gegen den Verwalter. Des Weiteren noch gegenseitige Ansprüche von einzelnen Wohnungseigentümern aus der WEG, sofern diese im Sinne der Gemeinschaft tätig waren. Davon sind allerdings Schäden am Gemeinschafts-, Teil bzw. Sondereigentum ausgeschlossen.

Als Grundlage für diese Versicherung gelten auch die Allgemeinen Versicherungsbedingungen für Haftpflichtversicherungen (AHB) aber auch Sonderbedingungen für die Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung.

Zudem kann natürlich jede Gesellschaft noch individuelle Vereinbarungen treffen.