Bauherrenhaftpflichtversicherung

Kein Bau ohne Bauherrenhaftpflichtversicherung

Eine Faustregel für Häuslebauer lautet: Kein Hausbau ohne eine entsprechende Bauherrenhaftpflichtversicherung.

Die Bauherrenhaftpflichtversicherung gewährleistet dem Bauherrn einen umfassenden Versicherungsschutz gegen alle gesetzlichen Haftpflichtansprüche, die bei einem Neubau beispielsweise eines Einfamilienhauses oder der Durchführung eines anderen Bauvorhabens entstehen. Der Versicherungsfall bei einem Neubau kann schneller eintreten, als dem Bauherrn liebt sein kann, weil beispielsweise die Baustelle schlecht beschildert oder beleuchtet ist.

Bauherrenpflichten

Jeder Bauherr ist dazu verpflichtet, seine Baustelle ordnungsgemäß abzusichern. Das heißt, es sind alle Maßnahmen zu ergreifen, um das Verletzungsrisiko für Dritte auf und durch die Baustelle zu minimieren. In der Regel wird die Verkehrssicherungspflicht vom Bauherrn auf den Bauleiter bzw. auf das Bauunternehmen übertragen. Dadurch kann sich der Bauherr jedoch von seiner Überwachungs- und Sorgfaltspflicht nicht befreien. Das heißt, auch bei einer Übertragung der Verkehrssicherungspflicht auf den Bauleiter oder das Bauunternehmen wird der Bauherr in Haftung genommen, wenn er nachweislich seine Überwachungspflichten verletzt hat (dabei ist der Bauherr in der Beweispflicht).

Werden auf einer Baustelle mehrere Unternehmen tätig, ist es die Pflicht des Bauherrn, einen Koordinator einzusetzen, der die Einhaltung der Arbeitsschutz- und Gefahrengutvorschriften organisiert und überwacht. Ein solcher Koordinator kann beispielsweise ein Architekt sein. Der Bauherr kann beim Neubau seines Einfamilienhauses im Emsland allerdings diese Aufgaben auch selbst wahrnehmen.

Versicherungsschutz bei Ansprüchen aus gesetzlichen Pflichten

Mit einer Bauherrenhaftpflichtversicherung können sich Bauherren von den Ansprüchen bei Verstößen gegen die gesetzlichen Pflichten beim Neubau eines Gebäudes schützen. In der Privathaftpflichtversicherung bzw. in der Betriebshaftpflichtversicherung - wenn der Bauherr im Emsland kein Einfamilienhaus sondern als Unternehmer eine (weitere) Produktionsstätte errichten möchte - ist das Bauherrenrisiko im Zuge der Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung bereits regelmäßig mitversichert. Allerdings ist der Versicherungsschutz bei den meisten Versicherungsanbietern auf Bauvorhaben auf dem eigenen Grundstück bis zu einer Höhe von 50.000 Euro beschränkt.

Wird die in der Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung enthaltene Absicherung der Bausumme überschritten, muss eine zusätzliche Bauherrenhaftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Ein Versicherungsvergleich ermöglicht hier einen ersten Überblick über die Leistungen und Kosten der Bauherrenhaftpflichtversicherung zu erhalten. Bei der Berechnung der Versicherung wird in der Regel ein Promille der Baukosten angesetzt. Das heißt, kostet der Neubau eines Einfamilienhauses im Emsland 250.000 Euro, muss mit einer Versicherungssumme von 250 Euro gerechnet werden. Kostet der Neubau einer Produktionsstätte im Emsland 2.500.000 Euro, muss der Unternehmer als Bauherr mit einer Versicherungssumme von 2.500 Euro rechnen.

Typische Schadensfälle

Bei der Verkehrssicherungspflicht muss der Bauherr für die Verkehrssicherheit der Baustelle sorgen. Dazu zählen auch die Zufahrtswege und ggf. das Materiallager. Die Bauherrenhaftpflichtversicherung greift beispielsweise dann, wenn ein Fahrradfahrer oder Fußgänger auf der verschmutzten Fahrbahn bzw. Gehweg ausrutscht und sich infolgedessen verletzt (Verletzung der Verkehrssicherungspflicht). Die Versicherung springt auch ein, wenn das beauftrage Bauunternehmen beispielsweise Baumaterialien nicht ordnungsgemäß lagert und sichert und infolgedessen ein Unfall mit einem Dritten passiert.

Zur Überwachungspflicht gehört auch, die Sicherung der Baustelle. Kommt beispielsweise ein Dritter, der vom Bauherrn zur Besichtigung eingeladen wurde, zu Schaden, zahlt die Versicherung den Schaden. Das gleiche gilt, wenn beispielsweise ein Kind unbefugt auf der Baustelle spielt und an einem ungesicherten Bauabschnitt verunglückt oder bei Erdarbeiten mit dem Bagger das Grundstück des Nachbarn beschädigt wird.

Der Bauherr trägt außerdem die Auswahlpflicht für geeignete Baupartner und Handwerker, die einer bestimmten Sorgfaltspflicht nachkommen müssen. Der Bauherr trägt also die Verantwortung dafür, dass alle auf der Baustelle beauftragen Unternehmen auch zuverlässig und sorgfältig arbeiten. Auch beim Einsatz eines Koordinators (z.B. Architekten) bleibt die Sorgfaltspflicht in den Händen des Bauherrn. Wird jemand verletzt und nachgewiesen, dass der Bauherr seinen Sorgfaltspflichten nicht nachgekommen ist, wird dieser dafür in Haftung genommen.

Fazit

Eine Bauherrenhaftpflichtversicherung schützt den Bauherrn vor den finanziellen Folgen bei Verstößen gegen die gesetzliche Verkehrssicherungs-, Überwachungs-, Auswahl- und Sorgfaltspflichten. Bei einem Versicherungsvergleich sollten diese Punkte daher unbedingt berücksichtigt werden. Die Bauherrenhaftpflichtversicherung muss im Übrigen auch dann leisten, wenn der Bauherr keine Schuld trägt. Beim Versicherungsvergleich sollte also auch darauf geachtet werden, dass in so einem Falle die Versicherung die Abwehr der ungerechtfertigten Schadensersatzansprüche und alle in diesem Zusammenhang entstehenden Prozesskosten übernimmt.

Mit Schluss der Bauarbeiten, spätestens aber nach zwei Jahren endet der Schutz der Bauherrenhaftpflichtversicherung für den Neubau des Einfamilienhauses im Emsland. Der Versicherungsvertrag läuft automatisch aus. Dauert das Bauvorhaben länger als zwei Jahre, sollte dies beim Versicherungsvergleich ebenfalls beachtet werden. Der Schutz kann aber meistens ohne Probleme verlängert werden.